Führerscheintest

Georgios S.:
In dieser Woche habe ich vermehrt den Führerscheinsehtest durchgeführt. Der Test dient zur Beurteilung, ob der Kunde eine Mindestsehleistung von 70% aufweisen kann und damit ohne Brille ein Kraftfahrzeug führen darf. 

 

Schaut man durch die Okulare des Gerätes (welches vor jeder Anwendung desinfiziert werden muss), sieht man Ringe mit einer Öffnung. Die Öffnungen entsprechen genau einem Fünftel des Ringdurchmessers. Diese Ringe werden Landoltringe genannt. 

 

Der Kunde muss die Öffnungen der Ringe fehlerfrei diktieren, um den Test zu bestehen. Im Falle eines Fehlers in den ersten drei Reihen des Tests gilt er als nicht bestanden. 

Fassungsänderung bei einer Kunststofffassung

Kerstin H:
Fast jeder Brillenträger kennt dieses Gefühl, wenn die Brille drückt und eventuell auch unangenehme Abdrücke hinterlässt. Beim Verkauf von Kunststofffassungen ist daher immer darauf zu achten, dass die Fassung im Mittelteil genau auf die Nase des Trägers passt, da man keine individuell anpassbaren Nasenpads wie bei Metallfassungen hat.

Um bei Kunststofffassungen Änderungen vornehmen zu können, müssen die zu korrigierenden Stellen lokalisiert und aufwendig nachgearbeitet werden. Hat die Fassung zum Beispiel an der Brücke eine unerwünschte Kante, so würde diese im Lauf der Zeit zu einer deutlichen Druckstelle führen (siehe schwarze Markierung).

Um dies zu beheben, habe ich die Kante mit der Feile abgerundet, so dass sie gleichmäßig ausläuft. Anschließend habe ich die Stelle mit immer feinerem Schmirgelpapier bearbeitet und abschließend poliert. Damit ist diese veränderte Stelle optisch komplett verschwunden und die Brille sitzt auf dem Nasenrücken völlig druckfrei.

Kontaktlinsen

Kerstin H.:
Heute habe ich formstabile Kontaktlinsen für einen Kunden zur Abgabe vorbereitet. Davor ist – wie beim Hantieren mit allen Linsen – die Desinfektion der Hände unabdingbar. Dann kann es losgehen: Die Linsen werden in ein mit Kochsalz gefülltes Aufbewahrungsbehältnis, welches mit seinen elastischen „Körbchen“ extra für formstabile Kontaktlinsen geeignet ist, umgesetzt. Ganz wichtig ist dabei, Rechts und Links nicht zu vertauschen, dies könnte sonst unangenehme Folgen für den Kunden haben.

Ein nachträgliches Vermessen der Linsen, speziell bei rück- und bitorischen Linsen, ist häufig nicht hinreichend genau durchzuführen. Gerade bei relativ ähnlichen Dioptrienwerten könnte das Vertauschen der Linsen unangenehm werden.

 

Optische Korrekturen

Melitta T.:
Heute habe ich einen Clip für eine Adidas Sportsonnenbrille gebaut, welcher eine optische Korrektur ermöglicht. Dazu habe ich die Gläser mit den am Kunden ermittelten Zentrierdaten in Form geschliffen. Die Zentrierdaten musste ich anhand der Durchbiegung etwas nach außen verschieben. Danach habe ich die Gläser parallel zueinander angezeichnet und die Bohrlöcher gebohrt. Als Nächstes habe ich die Bohrlöcher mit Hülsen gefüllt und diese anschließend gekürzt. Dann habe ich die Garnitur mit den Gläsern zusammen gefügt.

Zum Schluss habe ich noch temporale Bohrlöcher gesetzt und mit einem Silikonfaden versehen, welcher das Zerkratzen der Filtergläser verhindern soll.

Der Clip wird dann einfach vor die Filtergläser gesetzt und ermöglicht
eine klare Sicht.

Feilen, Kitten, Bröckeln und Schleifen

Germain M.:
Ich habe zwei Acetatplatten bekommen, aus denen ich jeweils ein „C“ feilen sollte. Zu Beginn habe ich für beide Acetatplatten eine Skizze auf Millimeterpapier angefertigt. Diese habe ich dann ausgeschnitten und mit etwas Aceton auf die Acetatplatten aufgeklebt. Im zweiten Schritt habe ich die Acetatplatten mit den aufgeklebten Skizzen grob ausgesägt. Danach habe ich sie mit einer Raspel und später mit einer Feile bearbeitet. Im dritten Schritt habe ich die beiden C-Stücke zu einem großen C zusammen gekittet. Dafür musste ich beide C-Stücke gleichzeitig mit Aceton bearbeiten. Trotz leichter Schwierigkeiten habe ich es nach ein paar Übungsversuchen geschafft. Das zusammen gekittete C habe ich nach 12 Stunden Trocknungszeit mit Schmirgelpapier und der Poliermaschine fertig bearbeitet.

Im vierten Schritt habe ich ein mineralisches Plusglas bekommen. Meine Aufgabe war es, das Glas so zu bearbeiten, dass es später in das zusammen gekittete C passt. Bei allen Bauteilen musste ich auf die Maße achten. Ich habe damit begonnen, eine Astralonscheibe für das Glas anzufertigen. Dann habe ich die optische Mitte des Glases ermittelt und die Astralonscheibe auf das Glas übernommen. Anschließend habe ich angefangen zu bröckeln. Da ich dies vorher schon öfters gemacht habe, fiel mir das Bröckeln sehr leicht. Nachdem ich mit dem Bröckeln fertig war, habe ich angefangen, eine Flachfacette von Hand am Schleifstein aufzubringen. Dabei ist zu beachten, dass man das Glas nicht bewegt und ganz starr am Schleifstein entlang führt.

Im fünften und letzten Schritt habe ich das Glas versucht, in das C einzusetzen, jedoch war das Glas noch zu groß. Also habe ich das Glas erneut am Schleifstein bearbeitet, um das Glas in die richtige Größe zu bringen.

Glassanpassung für die Fassung

Melitta T.:

Diese Woche habe ich mit dem Automaten Gläser in eine Fassung eingeschliffen.

Dazu habe ich das Glas unter dem Scheitelbrechwertmessgerät angepunktet. Danach habe ich die Form der Fassung mit dem Tracer abgetastet. Diese wird auf den Aufblocker übertragen. Unter Eingabe der am Kunden ermittelten Zentrierdaten wird das Glas richtig positioniert und aufgeblockt. Dann wird das Glas im Automaten eingespannt und geschliffen. Das fertige Glas wird abgekantet und in die Fassung eingebaut. Zum Schluss wird die Brille ausgerichtet und ist fertig.

 

Spaltlampenmikroskop

Georgios S.:
Diese Woche habe ich mich mit der Spaltlampe bzw. mit dem Spaltlampenmikroskop beschäftigt. Dieses Gerät ist eine Kombination aus einem Mikroskop mit einer versetzen Spaltlampe. Es dient zur Ins pektion von verschiedenen Augenabschnitten (siehe Bild 1). Mit verschiedenen Vergrößerungsstufen werden die vorderen Hornhautbereiche auf Beschädigungen und Auffälligkeiten überprüft. 

Das Spaltlampenmikroskop ist das wichtigste Gerät, wenn es um eine adäquate Kontaktlinsenanpassung geht. Am bedeutendsten ist dabei die vielfältige Einstellung der Beleuchtungseinrichtung. 

Man kann das Lichtbündel der Spaltlampe in seiner Länge, Breite und Lichtintensität verstellen und somit den Sitz der Kontaktlinsen, aber auch die Hornhaut auf Risse und Benetzbarkeit prüfen (siehe Bild 2).

 

Überbetriebliche Ausbildung

Kerstin H.:
In den vergangenen zwei Wochen war ich in der Überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) in der Fachakademie für Augenoptik in Hankensbüttel, um intensiv an der eigenen Handfertigkeit zu arbeiten. Da die Zwischenprüfung immer näher rückt, haben wir die Möglichkeit, unsere Prüfungswerkstatt mit allen Geräten kennenzulernen. Die Anteile des vierstündigen, praktischen Teils bestehen aus einer Lötaufgabe und einem Handeinschliff in eine Metallfassung.

Eine Aufgabe innerhalb der ÜBA war es, eine komplette Metallbrille zu löten. Bevor wir alle Einzelteile an den vorgeschriebenen Stellen zusammenlöten konnten, mussten wir diese zuerst biegen, in die richtige Form und auf das richtige Maß bringen. Jede Kontaktfläche der Lötstellen musste sorgfältig gefeilt, entgratet und entfettet werden. Abschließend wurde die Fassung noch verglast.

Um Routine beim Schleifen zu bekommen, habe ich heute per Hand Silikatgläser in eine Metallfassung eingeschliffen. Dabei muss man nicht nur darauf achten, dass das Glas die richtige Form erhält, sondern auch, dass die Lage und der Winkel der Facette stimmen, dass die Zentrierdaten eingehalten werden, keine Luftlöcher zwischen Fassungsrahmen und Glas entstehen und abschließend nicht zu viel Spannung zwischen dem Fassungsrahmen und dem Glas entsteht. Anderenfalls drohen Ausplatzer, im schlimmsten Fall ein Bruch des Glases.

Verglasung einer randlosen Brille

Melitta T.:
Diese Woche habe ich mich mit der Verglasung einer randlosen Brille beschäftigt.

Für die Bohrlöcher musste ich die Koordinaten sehr präzise parallel anzeichnen. Mit einem Bohrer habe ich kleine Löcher genau an den angezeichneten Stellen gebohrt. Wichtig ist, dass der Bohrer einen kleineren Durchmesser hat als der Stift der Fassung, der in das Bohrloch später passen soll. Denn erst die Reibahle bringt das Bohrloch anschließend auf die passende Größe. Mit dem Edelkorund werden die Kanten der Bohrlöcher abgerundet, damit beim Zusammensetzen keine Ausplatzer entstehen. Diesen Ablauf wiederhole ich, bis alle Bohrlöcher richtig sind und alles nahtlos ineinander passt. Zum Schluss werden die Stifte der Fassung mit den Brillengläsern zusammengefügt und die randlose Brille ist fertig.

Lupen im Einsatz

Neben Brillen und Kontaktlinsen haben wir auch Lupen in unserem Sortiment. Hiermit habe ich mich in dieser Woche beschäftigt. 

Lupen kommen in erster Linie dann zum Einsatz, wenn der Kunde aufgrund von Augenkrankheiten (z. B. Makuladegenaration) ein so großes Brechwertdefizit hat, dass sich dieses nicht einfach durch eine Brille allein korrigieren lässt. Neben handelsüblichen Lupen, die für unterwegs und für’s Einkaufen geeignet sind,  gibt es auch komplexere Lupen mit Beleuchtung, um beispielsweise abends im Bett lesen zu können. So eine Lupe ist im Bild zu sehen. Die Vergrößerung einer Lupe beträgt ein Viertel der dioptrischen Wirkung. 

Die Lupe im Bild hat 6 Dioptrien, was einer 1,5-fachen Vergrößerung entspricht. Verdeutlicht wird die Vergrößerung durch den Text im Hintergrund. Der Nachteil einer solchen Lupe ist jedoch ihr Gewicht. Je größer die Wirkung einer Sammellinse ist, desto größer wird auch ihr Gewicht. Aus diesem Grund gibt es glücklicherweise Halterungen, spezielle Standlupen und Bildschirmlesegeräte. 

Neben dem Gewicht steigen mit höheren Brechwerten auch Abbildungsfehler, die sich speziell am Rand zeigen (siehe Bild). 

Deswegen haben Lupen mit einer hohen dioptrischen Wirkung kleinere Durchmesser.