Anfertigen einer Handlupe

Meine 1. Übungsaufgabe war das Anfertigen einer Handlupe. Diese besteht aus einem Quadrat mit einer mittigen, runden Öffnung und einem trapezförmigen Griff. Dazu kommt ein mineralisches Plusglas, welches in die Öffnung eingepasst werden muss.

Begonnen habe ich mit einer maßgenauen Skizze der Lupe auf Millimeterpapier. Diese habe ich dann ausgeschnitten und auf eine Acetatplatte geklebt.

Im Anschluss habe ich grob die Form mit der Laubsäge aus der Acetatplatte gesägt.

Danach habe ich angefangen das Werkstück mit der Raspel zu bearbeiten und dabei versucht möglichst nah an die aufgeklebte Form heran zu raspeln. Dann habe ich die Seiten zuerst mit der groben, dann mit der feinen Seite der Feile bearbeitet, um die tiefen Riefen vom Raspeln möglichst gut beseitigen zu können. Besonders wichtig war beim Feilen, dass man nicht verkippt, die Seiten schön plan werden und die Maße einhält (auch die der rechten Winkel).  

Eine ständige Kontrolle ist während sämtlichen Arbeitsschritten unumgänglich.

Die Außenflächen kann man dabei gut kontrollieren, indem man prüft ob das Werkstück auf den bearbeiteten Flächen stehen kann.

Nach der Kontrolle der Maße und der Form habe ich mit dem Schmirgeln begonnen. Ich habe mit grobem Schmirgelpapier angefangen und habe mich zu immer feinerem Papier vorgearbeitet, bis alle Flächen frei von tiefen Rillen und Unebenheiten waren. Das Schmirgelgummi beseitigt auch feine Riefen und bereitet das Werkstück für das Polieren vor.

Im nächsten Schritt habe ich mich um die kreisrunde Öffnung in der Lupe gekümmert, in die später das Glas eingesetzt wird.

Dafür habe ich zunächst die Mitte des Oberteils der Lupe ausgemessen und angezeichnet. Danach habe ich mit dem Zirkel einen Kreis mit 5cm Durchmesser aufgezeichnet. Um die Mitte aussägen zu können, habe ich mit dem Standbohrer ein Loch innerhalb des Kreises gebohrt, durch das ich das Sägeblatt führen konnte. Das Sägeblatt habe ich wieder eingespannt und die Mitte ausgesägt.

Dann habe ich den Kreis mit der halbrunden Seite der Raspel und der Feile bearbeitet und dabei versucht, das Ergebnis möglichst rund und gleichmäßig (ohne Beulen/Kuhlen) werden zu lassen. Durch das Schmirgeln habe ich die Rillen vom Feilen begradigt, bis sich alles eben und gleichmäßig angefühlt hat.

Damit das Glas später auch Halt in der Lupe hat, habe ich mit dem Nutenschaber eine Nut in den vorher bearbeiteten Ring geschabt. Dabei ist es wichtig, dass die Tiefe und der Abstand zwischen Nut und Außenkante überall gleich ist. Da ich aber beim Schaben abgerutscht bin, musste ich den Fehler nochmals mit Schmirgelpapier ausbessern.

 

Im Anschluss habe ich auch die Vor- und Rückseite mit Schmirgelpapier bearbeitet um beim Polieren ein schönes Ergebnis bekommen zu können. Leider sind auf der Vorderseite einige Macken vom Einspannen geblieben. Die Beschichtung war zu dünn um ausreichend Schmirgeln zu können.

Schließlich konnte ich mit dem Polieren der Flächen beginnen. Dabei sind gleichmäßige und gerade Bewegungen am Polierschwabbel wichtig um ein Abrunden der Flächen und Kanten zu vermeiden.

Nachdem ich die Politur abgeschlossen hatte, konnte ich mich um das Lupenglas kümmern.
Dafür habe ich bei einem mineralischen Plusglas die optische Mitte mit dem Scheitelbrechwertmesser ermittelt und angepunktet. Danach habe ich die Form der Öffnung auf das Glas übertragen.

Beim Bröckeln habe ich versucht, möglichst nah an die Markierung zu kommen, damit ich weniger Zeit beim Schleifen benötige. Wegen der Spitzfacette,welche später folgen sollte, habe ich -wenige mm stehen lassen.

Am Handschleifstein habe ich zunächst mit dem Schleifen der Flachfacette begonnen. Auch dabei ist es wichtig, dass die Facette plan ist, ohne Absetzer oder Wölkchen.

Als das der Fall war, habe ich mit dem Aufbringen der Spitzfacette angefangen. Ich musste darauf achten, dass die Facette mittig liegt, der Winkel stimmt und überall gleich ist.

Das Glas habe ich anschließend abgekantet, um ein Verkratzen des Werkstücks beim Einsetzen des Glases zu vermeiden.

Um das Glas einsetzen zu können habe ich das Acetat über der Ventilette erwärmt. Beim Einsetzen fiel auf, dass das Glas nicht fest sitzt, weshalb ich die Lupe unter kaltem Wasser geschreckt habe. Danach war das Glas fest und die Lupe fertig.