Bohrbrille

Georgios S.:
Diese Woche habe ich mich im Hinblick auf meine Endprüfung mit diversen Bohrbrillen beschäftigt. Heute möchte ich das Bohrgerät vorstellen, mit dem wir bei uns im Betrieb arbeiten. Das Gerät besteht aus einem Tisch, welcher sich vertikal und horizontal verschieben lässt, einem Display, welches die Koordinaten anzeigt, und einer Bohreinrichtung mit verschiedenen Aufsätzen. 

 

Bevor es an das Bohren geht, müssen die Gläser mit einer Achse angezeichnet und auf einer speziellen Vorrichtung rutschfest positioniert werden. Dadurch wird die Achsgenauigkeit garantiert. Anschließend wird das Glas in die Bohrmaschine eingespannt. Mit Hilfe der Bohreinrichtung werden die Koordinaten von den Löchern auf einem elektrischen Display ermittelt und notiert. Diese Werte werden dann auf die neuen Gläser übernommen. Dann wird gebohrt. 

Beim Bohren ist es wichtig, dass der Bohrvorgang in kleinen Schritten erfolgt und nicht auf einmal durchgebohrt wird. Die kürzeren Bohrwege verhindern Ausplatzer und Hitzeauswirkungen auf das Glas. Des Weiteren ist es wichtig, nicht gerade in das Glas hinein zu bohren, sondern die Wölbung des Glases zu beachten. Konkret heißt das, dass mit einer 5 bis 7 Grad zur Glasmitte geneigten Achse in das Glas gebohrt wird. Diese Neigung lässt sich durch eine Achsskalierung an der Bohrmaschine je nach Wölbung des Glases beliebig einstellen.

 

Brillenreinigung

Melitta T.:
Diese Woche habe ich eine alte Fassung aufpoliert. Dazu habe ich die Gläser aus der Fassung entnommen und die Fassung im Ultraschallbad gereinigt. Die gereinigte Fassung habe ich mit dem Dreikantschaber bearbeitet und im Anschluss mit der Poliermaschine die Fassung aufpoliert. Für das bestmögliche Ergebnis wird auf den Schwabbel der Poliermaschine Polierpaste aufgetragen. Beim Polieren muss man die Fassung gut festhalten und am Schwabbel hin und her bewegen, damit ein schöner Glanz entsteht. Zum Schluss habe ich die Fassung wieder mit den Gläsern zusammengesetzt und die Kundin mit einer wie neu glänzenden Brille glücklich gemacht.

 

Videozentriergerät und Löten

Kerstin H.
Letzte Woche waren Lisa, Pia und ich wieder in der Berufsschule. Bei unserem wöchentlichen Praxistag behandeln wir jedes Mal neue Themen für unseren Alltag im Betrieb.

Diesmal haben wir uns intensiv mit verschiedenen Videozentriergeräten auseinandergesetzt. Sie ermöglichen anhand eines Fotos die genaue Bestimmung des Durchblickpunktes. Das ist der Punkt des schärfsten Sehens durch ein Brillenglas, an dem keine unerwünschten prismatischen Nebenwirkungen aufzufinden sind.

Je nach Hersteller bekommt der Kunde auf seine neu ausgesuchte Brillenfassung einen „Reiter“ gesetzt, welcher Orientierungspunkte für das Computersystem liefert. Der Kunde wird in Position gebracht und bekommt die Aufgabe, in entspannter Körperhaltung geradeaus zu blicken. In dieser so genannten „Nullblickrichtung“ wird ein Foto geschossen, welches anschließend ausgewertet wird und somit die entscheidenden Einschleifhöhen für das Brillenglas und dessen Zentrierung liefert (Höhe, Pupillendistanz etc.).

Des Weiteren hatten wir zur Übung und im Hinblick auf unsere Zwischenprüfung eine Lötaufgabe zu bewerkstelligen. Der gegebene Fall: ein Kunde hat ein gebrochenes Nasenbein, weshalb seine Brille nicht mehr passt. Da er auf seine Brille nicht verzichten kann, muss schnell Abhilfe geleistet werden, indem Änderungen an der gegebenen Fassung vorgenommen werden.

Die Padhebel der Nasenpads müssen unterschiedlich weit nach unten versetzt und die Bügel jeweils um 2 cm verlängert werden. Als Erstes werden störende Fassungsteile wie zum Beispiel die Bügelenden und Nasenstege aus Kunststoff abmontiert. Dann folgen die Markierung der neuen Positionen der Stegstützen, das Ablöten der Stegstützen von ihrer alten Position und das Abfeilen des alten Lots. Zuletzt werden die Stegstütze richtig eingespannt, positioniert und schlussendlich neu zusammengelötet. In dem Arbeitsablauf für die Bügelverlängerung wiederholt sich ein Teil dieser Arbeitsschritte. Die Brille wirkt nach dieser Veränderung etwas asymmetrisch, doch gerade so ist es klasse festzustellen, wie individuell wir durch unser Handwerk auf individuelle Kundeansprüche eingehen und Problemlösungen schaffen können.