Kontaktlinsen

Kerstin H.:
Heute habe ich formstabile Kontaktlinsen für einen Kunden zur Abgabe vorbereitet. Davor ist – wie beim Hantieren mit allen Linsen – die Desinfektion der Hände unabdingbar. Dann kann es losgehen: Die Linsen werden in ein mit Kochsalz gefülltes Aufbewahrungsbehältnis, welches mit seinen elastischen „Körbchen“ extra für formstabile Kontaktlinsen geeignet ist, umgesetzt. Ganz wichtig ist dabei, Rechts und Links nicht zu vertauschen, dies könnte sonst unangenehme Folgen für den Kunden haben.

Ein nachträgliches Vermessen der Linsen, speziell bei rück- und bitorischen Linsen, ist häufig nicht hinreichend genau durchzuführen. Gerade bei relativ ähnlichen Dioptrienwerten könnte das Vertauschen der Linsen unangenehm werden.

 

Optische Korrekturen

Melitta T.:
Heute habe ich einen Clip für eine Adidas Sportsonnenbrille gebaut, welcher eine optische Korrektur ermöglicht. Dazu habe ich die Gläser mit den am Kunden ermittelten Zentrierdaten in Form geschliffen. Die Zentrierdaten musste ich anhand der Durchbiegung etwas nach außen verschieben. Danach habe ich die Gläser parallel zueinander angezeichnet und die Bohrlöcher gebohrt. Als Nächstes habe ich die Bohrlöcher mit Hülsen gefüllt und diese anschließend gekürzt. Dann habe ich die Garnitur mit den Gläsern zusammen gefügt.

Zum Schluss habe ich noch temporale Bohrlöcher gesetzt und mit einem Silikonfaden versehen, welcher das Zerkratzen der Filtergläser verhindern soll.

Der Clip wird dann einfach vor die Filtergläser gesetzt und ermöglicht
eine klare Sicht.

Feilen, Kitten, Bröckeln und Schleifen

Germain M.:
Ich habe zwei Acetatplatten bekommen, aus denen ich jeweils ein „C“ feilen sollte. Zu Beginn habe ich für beide Acetatplatten eine Skizze auf Millimeterpapier angefertigt. Diese habe ich dann ausgeschnitten und mit etwas Aceton auf die Acetatplatten aufgeklebt. Im zweiten Schritt habe ich die Acetatplatten mit den aufgeklebten Skizzen grob ausgesägt. Danach habe ich sie mit einer Raspel und später mit einer Feile bearbeitet. Im dritten Schritt habe ich die beiden C-Stücke zu einem großen C zusammen gekittet. Dafür musste ich beide C-Stücke gleichzeitig mit Aceton bearbeiten. Trotz leichter Schwierigkeiten habe ich es nach ein paar Übungsversuchen geschafft. Das zusammen gekittete C habe ich nach 12 Stunden Trocknungszeit mit Schmirgelpapier und der Poliermaschine fertig bearbeitet.

Im vierten Schritt habe ich ein mineralisches Plusglas bekommen. Meine Aufgabe war es, das Glas so zu bearbeiten, dass es später in das zusammen gekittete C passt. Bei allen Bauteilen musste ich auf die Maße achten. Ich habe damit begonnen, eine Astralonscheibe für das Glas anzufertigen. Dann habe ich die optische Mitte des Glases ermittelt und die Astralonscheibe auf das Glas übernommen. Anschließend habe ich angefangen zu bröckeln. Da ich dies vorher schon öfters gemacht habe, fiel mir das Bröckeln sehr leicht. Nachdem ich mit dem Bröckeln fertig war, habe ich angefangen, eine Flachfacette von Hand am Schleifstein aufzubringen. Dabei ist zu beachten, dass man das Glas nicht bewegt und ganz starr am Schleifstein entlang führt.

Im fünften und letzten Schritt habe ich das Glas versucht, in das C einzusetzen, jedoch war das Glas noch zu groß. Also habe ich das Glas erneut am Schleifstein bearbeitet, um das Glas in die richtige Größe zu bringen.

Glassanpassung für die Fassung

Melitta T.:

Diese Woche habe ich mit dem Automaten Gläser in eine Fassung eingeschliffen.

Dazu habe ich das Glas unter dem Scheitelbrechwertmessgerät angepunktet. Danach habe ich die Form der Fassung mit dem Tracer abgetastet. Diese wird auf den Aufblocker übertragen. Unter Eingabe der am Kunden ermittelten Zentrierdaten wird das Glas richtig positioniert und aufgeblockt. Dann wird das Glas im Automaten eingespannt und geschliffen. Das fertige Glas wird abgekantet und in die Fassung eingebaut. Zum Schluss wird die Brille ausgerichtet und ist fertig.

 

Spaltlampenmikroskop

Georgios S.:
Diese Woche habe ich mich mit der Spaltlampe bzw. mit dem Spaltlampenmikroskop beschäftigt. Dieses Gerät ist eine Kombination aus einem Mikroskop mit einer versetzen Spaltlampe. Es dient zur Ins pektion von verschiedenen Augenabschnitten (siehe Bild 1). Mit verschiedenen Vergrößerungsstufen werden die vorderen Hornhautbereiche auf Beschädigungen und Auffälligkeiten überprüft. 

Das Spaltlampenmikroskop ist das wichtigste Gerät, wenn es um eine adäquate Kontaktlinsenanpassung geht. Am bedeutendsten ist dabei die vielfältige Einstellung der Beleuchtungseinrichtung. 

Man kann das Lichtbündel der Spaltlampe in seiner Länge, Breite und Lichtintensität verstellen und somit den Sitz der Kontaktlinsen, aber auch die Hornhaut auf Risse und Benetzbarkeit prüfen (siehe Bild 2).

 

Überbetriebliche Ausbildung

Kerstin H.:
In den vergangenen zwei Wochen war ich in der Überbetrieblichen Ausbildung (ÜBA) in der Fachakademie für Augenoptik in Hankensbüttel, um intensiv an der eigenen Handfertigkeit zu arbeiten. Da die Zwischenprüfung immer näher rückt, haben wir die Möglichkeit, unsere Prüfungswerkstatt mit allen Geräten kennenzulernen. Die Anteile des vierstündigen, praktischen Teils bestehen aus einer Lötaufgabe und einem Handeinschliff in eine Metallfassung.

Eine Aufgabe innerhalb der ÜBA war es, eine komplette Metallbrille zu löten. Bevor wir alle Einzelteile an den vorgeschriebenen Stellen zusammenlöten konnten, mussten wir diese zuerst biegen, in die richtige Form und auf das richtige Maß bringen. Jede Kontaktfläche der Lötstellen musste sorgfältig gefeilt, entgratet und entfettet werden. Abschließend wurde die Fassung noch verglast.

Um Routine beim Schleifen zu bekommen, habe ich heute per Hand Silikatgläser in eine Metallfassung eingeschliffen. Dabei muss man nicht nur darauf achten, dass das Glas die richtige Form erhält, sondern auch, dass die Lage und der Winkel der Facette stimmen, dass die Zentrierdaten eingehalten werden, keine Luftlöcher zwischen Fassungsrahmen und Glas entstehen und abschließend nicht zu viel Spannung zwischen dem Fassungsrahmen und dem Glas entsteht. Anderenfalls drohen Ausplatzer, im schlimmsten Fall ein Bruch des Glases.