Refraktionsbestimmung

Diese Woche hat sich Melitta mit dem Thema Refraktionsbestimmung befasst. Sie hat Schritt für Schritt gelernt, wie man eine Myopie in der Sphäre (Kurzsichtigkeit) refraktioniert. Dazu haben wurde eine Messbrille verwendet, die individuell auf den Kunden eingestellt wird.

Wenn man ein Glas vor ein myopes Auge hält, lautet die Fragestellung: „Wird es mit diesem Glas besser, lesbarer oder deutlicher?“ Der Vorgang wird solange wiederholt und mit der Abgleichleiste kontrolliert, bis der Kunde einen deutlich besseren Seheindruck erhält. Wenn kein besserer Seheindruck mehr erworben wird, ist die Messung zu Ende und man hat das Refraktionsdefizit des Kunden bestimmt.

Refraktometer

Diese Woche hat sich Georgios mit dem automatischen Refraktometer beschäftigt. Dieses Gerät ist ein kleiner Vorabtest, um Richtwerte für die darauf folgende Refraktion zu erhalten. 

Der Vorabtest funktioniert so, dass infrarotes Licht auf die Netzhaut des Auges trifft und zurück auf die Blende reflektiert wird. 

Sensoren registrieren die Strecke und gleichzeitig die Ablenkung des reflektieren Strahls. Ein Mikrocomputer vergleicht die errechneten Werte mit der bereits vorhandenen Datenbank und gibt daraufhin Annäherungswerte, die anschließend für die richtige Refraktion verwendet werden können.

 

Präzision wird gefragt…

Die erste Aufgabe war es, nur mit Hilfe von Feilen (also ohne Schmirgelpapier zur Nachbearbeitung) ein Messbrettchen zu bauen. Dazu mussten wir zwei geometrische Acetatstücke (Rechteck und Quadrat) nach Maß feilen. Die Herausforderung dabei war es, die Oberflächen so plan wie möglich zu feilen, so dass diese im 90 Grad Winkel zueinander stehen. Das heißt, dass keine Verkippungen und unebene Oberflächen entstehen dürfen. Die Toleranzen liegen bei 2 Grad und 0,2 mm.

 

In weiteren Aufgaben sollten wir unsere Handfertigkeit im Handschleifen üben. Dabei haben wir nur mit mineralischen Gläsern gearbeitet. Ärgerlich war es dann, wenn während der Verarbeitung das Glas zerbrochen ist, da die mineralischen Gläser im Vergleich zu den Kunststoffgläsern nicht bruchfest sind und man dann wieder von vorne anfangen musste.

Die erste Schleifaufgabe zum Einstieg war es, ein Planglas mit einer Flachfacette passgenau in eine Kunststofffassung einzuschleifen. Dazu musste zuerst eine Astralonscheibe angefertigt werden, um die richtige Form und Größe auf das Glas übertragen zu können. Weiter ging es dann mit dem Schleifen der Spitzfacette, welche einen Winkel von 120 Grad haben soll. Das bedeutet einen 60 Grad Winkel für jede Kante. Dazu soll sich die Spitze der Facette genau mittig auf der Glaskante befinden.

Zuerst wurde ein Paar Gläser mit Zentrierung (Höhe und PD) in die Kunststofffassung und dann noch in die Metallfassung eingeschliffen. Wobei die Metallfassung die größere Herausforderung war, weil man hier noch viel mehr darauf achten muss, dass das Glas ohne Spannung fest im Glas sitzt.

Dann haben wir auch gelötet. Zur Übung haben wir eine Leiter mit drei Sprossen und eine Sonne gelötet. Dafür muss man zuerst seine einzelnen Drahtteile auf das richtige Maß bringen und bei der Sonne einen runden Kreis biegen. Danach werden die Einzelteile an der richtigen Stelle und Position aneinander gelötet, ohne dass das Werkstück verkokelt oder die Lotmenge zu groß ist.

 

Gleitzeitwochen

Seit Freitag läuft bei uns die Aktion „Gleitzeitwochen“, deshalb habe ich mich mit Gleitsichtgläsern etwas intensiver auseinander gesetzt. Das Gleitsichtglas ist im Grunde genommen das Update des Bifokalglases und deckt mehrere Sehbereiche (also Fern-, Zwischen-, und Nahbereich) ab, ohne dabei ein Fensterchen wie bei einem Bifokalglas zu haben. Kosmetisch gesehen ist das schön, weil es für unseren Gegenüber nicht erkennbar ist, dass man schon im Alter ist, in dem eine Leseunterstützung erforderlich wird.

Man kann sich das Gleitsichtglas als eine Art Pilz vorstellen: Oben ist ein großer Fernbereich und nach unten, zum Lesebereich hin, führt ein Kanal, der die Zwischenbereiche abdeckt (siehe Bild). Das ist der Bereich, durch den der Kunde guckt. Die seitlich markierten Flächen, die so genannten astigmatischen Felder, sind Flächen, durch die der Kunde aufgrund mehrerer Sehstärken, die innerhalb des Glases aufeinander treffen, nicht sehen kann. Die erscheinenden Abbildungsfehler entstehen in Form von Verzerrungen.

Wenn man mit Gleitsichtgläsern etwas betrachten möchte, das nicht im Gesichtsfeld liegt, muss der Kopf mehr bewegt bzw. mitgenommen werden, um scharf zu sehen.

Innerhalb der verfügbaren Gleitsichtgläser gibt es jedoch verschiedene Abstufungen. Je hochwertiger das Gleitsichtglas ist, desto breiter werden die Sehbereiche (Vergleich im Bild).

 

Sonnenschutzgläser

Im Rahmen unserer Sonnenbrillenaktion hat Georgios sich bezüglich Sonnenschutzgläsern, speziell rückentspiegelten und polarisierten Gläsern, informiert. Oft fragen Kunden nach dem wirklichen Nutzen einer Rückentspiegelung oder dem so genannten „polarisierten Filter“. Ein Sonnenschutzglas ohne Rückentspiegelung und 85 Prozent Tönung lässt 15 Prozent des vorhandenen Lichtes ins Auge. Man nennt das den „Transmissionsgrad von 15% Prozent“. Licht, welches rückflächig auf das Glas trifft und ins Auge reflektiert wird, wird als Störlicht bezeichnet und macht ~5 Prozent aus. Diese 5 Prozent sind ein Drittel von den insgesamt 15 Prozent Licht, die ins Auge gelassen werden, und sorgen für schlechteres Sehen. Die Rückentspiegelung schafft Abhilfe dagegen.

Die polarisierten Gläser nehmen starke Reflektionen und Spiegelungen aus waagerechten Flächen, indem einfallende Lichtwellen in 0 Grad Richtung komplett ausgeblendet werden. Dadurch kommt nur Licht mit einer Ausbreitungsrichtung von 90 Grad ins Auge. Sichtbar an den Bildern unten: Ohne polarisiertes Glas ist von den Delfinen nichts zu sehen, mit einem Glas vor der Linse werden die Delfine sichtbar.

Sehr gut eignen sich die Gläser für das Autofahren, speziell wenn die Sonne auf die nasse Fahrbahn scheint, oder für das Angeln, weil man dadurch vom Wasser so nicht geblendet wird.

Ungünstig wäre eine polarisierte Sonnenbrille beim Skifahren, da man nur eine weiße Fläche sehen und keine Hügel oder Unebenheiten im Schnee erkennen kann.

Bifokalgläser

Georgios ist nun im dritten Lehrjahr. Seine kundenbezogenen Werkstattaufgaben werden umfassender. Zeit, sich speziell mit Bifokalgläsern zu beschäftigen. In dieser Woche hat er die Anzeichnung solcher Gläser vorgenommen. Zuerst wird die Form der Brille mit einem so genannten „Tracer“ elektronisch erfasst. Anschließend werden die Zentrierdaten des Kunden eingetragen, die hier im Bild mit dem Kreuz gekennzeichnet sind. Nun muss das Lesefeld mittig und deckungsgleich zu dem in weiß angezeigten Kurvenverlauf zum „Aufblocken“ angelegt werden.