Weihnachtsvorbereitungen und Sonnenbrillen

Weihnachten rückt immer näher und auch wir stimmen uns und unsere Kunden auf das winterliche Fest ein. Melitta hat in dieser Woche unsere Dekorateurin tatkräftig unterstützt und unsere Schaufenster und Ladenflächen festlich und elegant geschmückt.

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Georgios hat sich hingegen mit etwas ganz anderem beschäftigt: Er hat seine eigene Sonnenbrille gefertigt. Dafür hat er sich eine Form ausgedacht und diese mit einem sogenannten Dorn auf das Plattenmaterial eingeritzt. Nachdem die Form ausgesägt wurde musste sie aufwendig mit unterschiedlich groben Feilen gefeilt werden, um das genaue Maß und die genaue Form zu erhalten. Um die einzelnen Bauteile nun zum Polieren vorzubereiten, mussten sie alle noch mit unterschiedlich groben Schmirgelpapieren geschmirgelt werden und in die beiden Fassungsränder wurde jeweils mit einem Nutenschaber eine Nut gefräst. Anschließend konnte er die Scharniere einschwemmen und die Bügel montieren.

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 Kerstin hat ein Quadrat gefeilt, um das Fertigen von rechten Winkeln und Geraden zu üben. Darüber hinaus hat sie in dieser Woche gelernt, wie man den sogenannten T-Faden oder Nylorfaden in einer Fassung erneuert. Bei einer randlosen Fassung wird das Glas teilweise durch einen unsichtbaren Nylorfaden festgehalten. Die Befestigungsmethode ermöglicht sehr leichte und diskrete Brillen.

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Lisa hat in dieser Woche ein Projekt begonnen, das sie bis zum Ende Ihrer Ausbildung fertig stellen will: Sie baut eine komplette Brille. Begonnen hat sie damit, die passenden Gläser zur bröckeln und zu schleifen. Außerdem hat sie für die Anpassung einer Brille die Vier-Punkt-Methode kennen gelernt. Hierbei geht es um die Vier-Punkt-Auflage der Brille bei der optischen Ausrichtung. D.h. wenn man die Brille auf den Tisch legt, darf sie nicht kippeln, also alle vier „Punkte“ (die beiden Glasebenen und die Bügel) müssen auf dem Tisch aufliegen. Diese Ausrichtung ist maßgebend in der Werkstatt bei der Fertigstellung der in Auftrag gegeben Brillen.

Millimeterarbeit

img-20161101-wa0000-002Auch in der Schule werden praktische Arbeiten erlernt. Lisa hat z.B. Formscheiben gefeilt und mit dem Messschieber das genaue Abmessen geübt. Eine Formscheibe ist eine Schablone, die die Glasform der Brille wiedergibt. Nach der Formscheibe werden die Gläser in der Glasschleifmaschine passend zur Brille geschliffen. Zudem hat sie Acetat gesägt und gefeilt, um daraus später einen Stiftehalter zu gestalten. Mit diesen Übungen wird das Feingefühl im Umgang mit unterschiedlichen Formen und Materialien geschult.

 

 

Georgios hat sich in der letzten Woche mit randlosen Brillen, sogenannten Bohrbrillen auseinandergesetzt. blog-gDie Anfertigung einer Bohrbrille erfordert nicht nur Geduld und eine ruhige Hand, sondern auch das ganze handwerkliche Können und Geschick. Durch neue Materialien und unterschiedliche Bearbeitungsmerkmale werden die Anforderungen immer komplexer. „Das Augenmerk bei dieser Aufgabe, liegt bei der genauen und feinfühligen Behandlung der Bohrungen. Beim Übertragen der X und Y Koordinaten auf das Glas, muss auf Hundertstel Millimeter genau gearbeitet werden, um eine formgetreue Symmetrie zu gewährleisten. Große Vorsicht ist zusätzlich beim Einpassen der Gläser in das Gestell gefragt.“, beschreibt Georgius den Vorgang. Um das Ausplatzen der Gläser zu vermeiden, müssen die Bohrungen ggf. mit einer sogenannten Reibahle größer gemacht und zuletzt mit einem sog. Edelkorund (ein Schleifmittel, das aus Aluminiumoxid besteht) abgekantet werden. Als Reibahle (auch Räumahle oder Räumer) bezeichnet man ein Werkzeug, welches zur Feinbearbeitung von Bohrungen (vor allem in Metallteilen) durch das sogenannte „Reiben“ verwendet wird. Verbessert werden dabei sowohl die Oberflächengüte als auch die Form- und Maßgenauigkeit.

img_1570-002Darüber hinaus engagieren sich unsere Auszubildenden auch karitativ. So wurden in der letzten Woche im Zuge der Lions Club Initiative eifrig Brillen für die dritte Welt vorbereitet.