Übung macht den Meister

„Die ersten sieben Wochen der Ausbildung sind schon rum und mit jedem Tag merkt man mehr, dass man in gewissen Abläufen schon eine gewisse Routine entwickelt hat.“ Kerstin beschäftigt sich z.B. täglich damit, Kundenaufträge in unser Computerprogramm einzutragen. Damit der Kunde und auch der Augenoptiker jederzeit nachvollziehen können, welche Stärke und welche anderen Besonderheiten die zuletzt gekaufte Brille aufweist, müssen diese Daten detailliert eingepflegt werden.

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Bröckeln eines Glases

 Jeden Tag kommen weitere interessante Aufgaben dazu. So hat Kerstin in dieser Woche anhand verschiedener Beispiele gelernt, wie eine neue Brille so vorbereitet wird, dass der Kunde sie zeitnah abholen kann – dazu zählen Tätigkeiten wie das  Schleifen und Einsetzen des Glases, das wiederholte Kontrollieren der Werte und das Festdrehen aller Schrauben in der Fassung.

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Auch Anna Sophie hat in dieser Woche viel geübt. Um ein besseres Gefühl für den Umgang mit dem Schleifstein zu bekommen, hat sie sich intensiv mit dem Schneiden, Bröckeln und Schleifen von Gläsern beschäftigt. Das Glas wird von einem Glaslieferanten kreisrund an den Optiker versendet, der das Glas zunächst mit einer Zange grob in die richtige Form bringt, bevor es einem Feinschliff unterzogen wird. „Dabei ist es ganz normal, anfänglich nicht sofort ein perfektes Ergebnis zu erzielen. Bei jeder weiteren Übung verbessert man sich und erzielt wichtige Erfolge, die einen anspornen und motivieren.“

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Hartlöten

Um Kunden bei einer gebrochenen Brille schnell zu helfen, muss ein Augenoptiker das sogenannte Hartlöten beherrschen. Dabei werden metallische Werkstoffe durch Silberlot miteinander verbunden. Zur Übung und um ein Gespür für die richtige Lötmenge und Temperatur zu entwickeln, hat Georgios in dieser Woche eine Leiter und eine Sonne mit einem Hydrozon-Lötgerät zusammen gelötet. Hydrozon Lötgeräte erzeugen durch Elektrolyse eines geeigneten Elektrolyts aus destilliertem Wasser ein Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch, das als Brenngas für einen Mikrobrenner verwendet wird. Dabei entspricht das Mischungsverhältnis genau der chemischen Verbindung von Wasser H2O, d. h. zwei Teile Wasserstoff und ein Teil Sauerstoff. Bei der Verbrennung vereinigen sich die Gaskomponenten rückstandsfrei zu flüchtigem Wasserdampf. Nach der Aufbereitung des Gasgemisches ist es möglich, polierte Teile ohne Oxidation zu löten.

Ein Job mit viel Feingefühl

Augenoptiker müssen viel Feingefühl mitbringen, so z.B. bei der Ausrichtung von Fassungen. Dazu gehören Tätigkeiten wie Ausmessen der Fassung, Anzeichnen, Zentrieren, Schleifen sowie Einsetzen der Gläser und schließlich auch Kontrolle und Ausrichten der fertigen Brille. Nachdem der Augenoptiker ermittelt dafür zunächst die für den Kunden erforderlichen Zentrierdaten (z. B. PD und Höhe/n) mit der vor-angepassten Brillenfassung. Im weiteren Arbeitsablauf muss der Optiker dann in der Werkstatt versuchen, diese Werte in der Brille so genau wie möglich zu realisieren. Anna Sophie hat in der letzten Woche erstmal eine Fassung nach Werkstattausrichtung bearbeitet; im nächsten Schritt wird sie die anatomische Ausrichtung der Fassung am Kunden erlernen.

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 dsc_0001Pia hat das Kastenmaß kennen gelernt, das ein Augenoptiker benötigt, um ein Glas mit den richtigen Zentrierdaten anfertigen zu können.

Außerdem hat sie zum ersten Mal eine Refraktion bei einer Kollegin durchgeführt. Wie so eine Refraktion genau abläuft, erfahren Sie auf unserer Website http://bajohr.de/bajohr/refraktionsbestimmung/

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Wer Augenoptiker/in werden will…

Wer Augenoptiker/in werden will, beschäftigt sich natürlich intensiv mit dem Aufbau des Auges und den verschiedenen Formen der Fehlsichtigkeit. So haben Lisa und Pia in dieser Woche gelernt, wie es zu einer Hyperopie (Weitsichtigkeit) oder Myopie (Kurzsichtigkeit) sowie einer Hornhautverkrümmung kommen kann. Die Aufgabe eines Augenoptikers ist es nun, Gläser anzupassen, die eine solche sogenannte Refraktionsanomalie ausgleichen. Bei der Wahl der richtigen Gläser spielen auch die verschiedenen Beschichtungsmöglichkeiten eine wichtige Rolle: In diesem Zusammenhang haben die beiden Begriffe wie Entspiegelung, Polarisierung, Lotus-Effekt, Hartschicht und selbsttönende Gläser kennen gelernt.

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Darüber hinaus hat Pia bei der Schaufensterdekoration geholfen und ein tolles Ergebnis erzielt:

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In der Werkstatt in Osterode hat Georgios in dieser Woche sein eigenes Messbrettchen hergestellt. Dafür werden zwei Acetatplatten nach Maß gefeilt und geschichtet und dann rechtwinkelig miteinander verklebt. Zuletzt wird darauf Millimeterpapier befestigt. Das Messbrettchen ist ein wichtiges Instrument, um Brillengläser symmetrisch anzuzeichnen und zu zentrieren.

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Anna Sophie hat zusammen mit ihrem Ausbilder Herr Kottke eine individuelle Lupe angefertigt. Dazu hat sie die sehr starken Gläser zunächst zentriert, anschließend geblockt und maschinell geschliffen.

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Schulwoche

In der letzten Woche waren unsere Auszubildenden in der Berufsschule in Hankensbüttel. Dort haben sie sich zunächst mit dem Thema Lichtbrechung auseinandergesetzt und sich darin geübt, Lichtbrechung zeichnerisch mit Hilfe der sogenannten Zweikreis-Methode darzustellen.

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Neben solchen praktischen Themen müssen angehende Augenoptiker natürlich auch den Umgang mit Kunden erlernen. Zu diesem Zweck haben unsere Auszubildenden in dieser Woche alles Wichtige zum Thema geschäftliches Telefongespräch gelernt – angefangen bei der richtigen Begrüßung über sinnvolle Notizen zu Aufträgen und Aufgaben bis hin zur Bedeutung von Lieferscheinen und Rechnungen.

Bevor man Kunden eine Brille verkaufen kann, muss man natürlich erstmal die Ware verkaufsfertig machen. Kerstin hat in dieser Woche die Brillen vorsichtig ausgepackt, mit den entsprechenden Preisen versehen, in den Computer eingetragen und im Laden ausgelegt.

Juliana hat jetzt begonnen, ihre erste eigene Brille anzufertigen. Dazu hat sie sich im Laden eine Fassung nach ihrem Geschmack ausgesucht und die Maße auf ein geeignetes Kunststoffmaterial übertragen. Die aufgezeichnete Form hat sie ausgesägt und gefeilt. In den nächsten Tagen wird sie die dazugehörigen Gläser anpassen. Wir sind schon gespannt auf das Ergebnis!

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